Neue Laienspielgruppe probt für den ersten großen Auftritt BretterWelt“ spielt Fassbinders „Bremer Freiheit“

Hannoversche Allgemeine Zeitung – Burgdorf-Lehrte, Januar 2001

UETZE (mr). Sich einen Traum verwirklichen, das wollten die beiden Hauptakteure der neuen Uetzer Theatergruppe „Bretter-Welt“. Christian Krause und Melanie Botzki gewannen innerhalb kurzer Zeit mehrere Begeisterte für die „Bretter, die die Welt bedeuten“. In der Theater Arbeitsgemeinschaft des Uetzer Gymnasiums war ihre Freude am Schauspielen geboren worden.

Schnell stand daraufhin für die 23jährige und den 22jährigen Uetzer der Berufswunsch fest. Doch leider gibt es jedes Jahr für die zwölf freien Plätze an der Schauspielschule Hannover fast 1000 Bewerber. So mussten die beiden zunächst ihren Ausbildungstraum zurückstellen, doch kribbelte es den beiden bald wieder in den Beinen, die Bretter der Welt zu erklimmen. „Da haben wir einfach alte Freunde von damals aus der Theater AG gefragt, ob sie nicht bei uns mitmachen wollen und sechs haben spontan zugesagt“, berichtete Melanie Botzki, die auch gleich ihre Schwester Simone verpflichtete.

Zum festen Stamm gehören jetzt zwölf Akteure, dazu noch einige Helfer für Technik, Schminke und Musik. Große Unterstützung erhält die Truppe von Thomas Winkler, einem erfahrenen Laiendarsteller, der beim VVV-Theater Burgdorf und bei der Deister-Freilichtbühne in Barsinghausen spielt.

Ein- bis zweimal die Woche wird seit September vergangenen Jahres geprobt. Jetzt, wo es in den Endspurt geht, die Premierenvorstellung ist im Januar, trifft man sich bis zu fünfmal in der Woche. Außerdem gibt es Anfang Januar ein gemeinsames Wochenende mit Intensivproben. Dabei kommt neben der Arbeit natürlich auch der Spaß nicht zu kurz. „Spaß haben wir sowieso. Das ist auch das Tolle an dieser Gruppe: alle sind mit soviel Elan und Begeisterung dabei. Ich freue mich auf jede Probe“, meinte Krause.

Als erstes Stück haben sich die beiden „Bremer Freiheit“ ausgesucht, eine tragische und auf eine wahre Begebenheit beruhende Geschichte. „Mit der Auswahl dieses eher ernsten Stückes, glauben wir, eine „Marktlücke“ im kulturellen Uetzer Angebot abzudecken“, meinte Krause, „Komödien gibts hier schon genug!“

Rainer Werner Fassbinders „Bremer Freiheit“ handelt von der einfachen Geesche Gottfried, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Bremen mehrere Ehemänner und ihre Kinder zunächst aus der Not später aus anderen Motiven umgebracht hatte. Am Ende fällt ihr Kopf auf den Bremer Domshof, wo sie nach ihrer Verurteilung geköpft wurde.

Durch freundliches Entgegenkommen seitens der Gemeinde, die die Agora für Proben und Aufführung zur Verfügung stellt und durch den glücklichen Umstand, dass die Kostüme kostenfrei geliehen werden konnten, sind die finanziellen Aufwendungen bisher noch von den Beteiligten selbst tragbar. Allerdings werden für den Druck des Programmheftes der Inszenierung noch dringend Sponsoren gesucht. Wenn die Aufführung ein Erfolg wird, sind im kommenden Jahr weitere Inszenierungen geplant.

Die erste Aufführung ist am Donnerstag, 18. Januar, 19.30 Uhr, in der Agora, eine weitere ist für den darauffolgenden Donnerstag um die gleiche Zeit geplant. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Karten gibt es im Schreibwarengeschäft Schüler in Uetze, bei Bleich in Burgdorf sowie an der Abendkasse.